Ein schon längst fälliger Denkanstoß...


... im Detail:

Dreimal im Jahr bekommt die GEMA meine „riesige“ Anmeldeliste für das neue Programm der Sonthofer Kultur-Werkstatt und die Meldungen für das vergangene Programm, sowie Absagen und Abrechnungen der Eintrittsgelder. Inzwischen eine fast angenehme Arbeit, dank einer liebenswerten GEMA-Mitarbeiterin.

Wenn da nur nicht das leidige Thema der Set-Listen wäre!!!! Ein Thema, das mich schon seit Jahren beschäftigt und das endlich zur Sprache kommen MUSS.

Nachdem ich die Kultur-Werkstatt bereits zirka 10 Jahre geführt habe, hatte ich endlich meinen „Kampf“ in Sachen Härtefallregelung durchgestanden. Ein Thema war jedoch als „Reizthema“ geblieben - die Zusendung der Set-Listen für die Konzerte.

Lange war mir nicht klar, dass auch dies Methode hatte und hat. Selbst für Konzerte, für die die Komponisten und Selbstaufführer schon im eigenen Interesse die Set-Listen direkt an die GEMA gesandt haben, musste auch ich eine Liste abgeben. Nachgefragt bei der GEMA erhielt ich die Auskunft, dass ICH dazu verpflichtet sei, selbst dann, wenn der Künstler die Liste schon eingereicht hat.

Ja, dann machen wir das eben, was aber bedeutet zahlreiche Telefonate zu führen, da die allerwenigsten Künstler (und auch ich) nach einem Konzert selten an die Set-Listen denken. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Formularen, die richtig angewandt werden müssen. Der Arbeitsaufwand ist enorm und dient definitiv nicht der inhaltlichen Richtigkeit und EHRLICHKEIT. Was soll dann das Ganze?

Erst Jahre später bekam ich mit, dass Set-Listen, die nicht termingerecht und formal richtig (nach GEMA-Auffassung) bei der GEMA abgegeben wurden dazu führten, dass keine Tantiemen ausgeschüttet wurden. Ich bin sicher, dass so mancher Künstler, für dessen Konzert ich reichlich Gebühren bezahlt habe, keine Tantiemen erhielt.

Nachzuprüfen ist das ja nicht! Es sei denn, der Musiker fordert eine detaillierte Aufstellung der Tantiemen an, wofür er zirka 25 € Bearbeitungsgebühr zu bezahlen hat.

Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Der Auftraggeber muss dafür bezahlen, wenn er von seinem Recht auf Auskunft Gebrauch macht. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Gelder fehlen, können zu spät eingereichte Listen von Seiten der Veranstalter, auch wenn der Künstler selbst Listen geschickt hat dazu führen, dass formell keine Nachzahlung erfolgt, es sei denn, der GEMA-Mitarbeiter hat ein Herz für den Künstler.

Das ist in meinen Augen ein ungeheuerlicher Vorgang. Auch hier werden die einfachsten geschäftlichen Praktiken auf den Kopf gestellt. Lassen Sie mich die „Geschäftsinteressen“ aller Beteiligten kurz erörtern.

• Die GEMA ist ein Verein (im weitesten Sinne eine Firma), der die wirtschaftlichen Belange seiner Mitglieder zur Aufgabe hat: Inkassobetrieb für die Umsetzung des Urheberrechts. Von Seiten der Regierung gewünscht und unterstützt! Ich weiß, ich wiederhole mich gebetsmühlenartig.
Da sich die GEMA, aus meiner Sicht, im Laufe der Jahre zu einem Selbstbedienungsladen für nur wenige ihrer Mitglieder entwickelt hat, hat sie die eigentliche Aufgabe aus den Augen verloren.
Jedes Mitglied – sprich jeder Auftraggeber – überträgt der GEMA die Aufgabe für SEINE persönlichen Rechte einzutreten und für IHN persönlich das Inkasso im Rahmen seiner Autorentätigkeit zu übernehmen. Punkt! Ende!
Nebenbei jedes Mitglied bezahlt den gleichen Mitgliedsbeitrag. Bei der Vergabe der Tantiemen werden jedoch unterschiedlichste Verteilerschlüssel angewandt!

• Der Künstler/Autor tritt in die GEMA ein, schließt mit der GEMA einen Vertrag ab, (liest ihn, nach meiner Meinung nicht genau durch!) bezahlt seinen Mitgliedsbeitrag und beauftragt damit diese, seine Rechte zu vertreten und dafür zu sorgen, dass er für die Verwendung seiner „Ware“ - seines geistigen Gutes - eine „angemessene“ Vergütung erhält.
Im Gegenzug erhält die GEMA eine Aufwandsentschädigung – einen prozentualen Anteil aus den Einnahmen der Verwerter, sprich Veranstalter, Medien, Geschäftsleuten wie Handel und Gastronomie, Parteien und Länderregierungen (wie etwa die pauschale Vergütung für Kindergärten, Sie erinnern sich noch?)

• Veranstalter und Verwerter unterschiedlichster Couleur bezahlen GEMA-Gebühren. Je nach Musiknutzung werden unterschiedliche Tarife angewandt.
Siehe: https://www.gema.de/ad-tarife

Für Veranstalter: Bitte beachten Sie, dass auf dieser Seite darauf hingewiesen wird, dass auch Kleinveranstalter (seit 01.01.2011) nach dem Tarif U-K abgerechnet werden können. Aber warum KÖNNEN???

Interessant sind auch die vielen, vielen „Sonderverträge“ mit Verbänden, Vereinen, Wirtschaft und Politik. Siehe: https://www.gema.de/nc/de/musiknutzer/lizenzieren/meine-lizenz/gesamtvertragspartner/gesamtvertragspartner-suchen.html

Der Verwerter ist verpflichtet Veranstaltungen und Musiknutzung der GEMA zu melden und im Falle von Veranstaltungen eine Einnahmen-Abrechnung einzureichen, Das ist richtig und zwingend notwendig.
Außerdem verpflichtet die GEMA Veranstalter, die Medien, Gastronomen usw. dazu, Setlisten einzureichen. Wozu???

Eine lange Ausführung um auf den eigentlichen Punkt zu kommen. Es ist jedoch wichtig um zu erkennen, dass die von der GEMA geforderte Praxis große Mängel aufzeigt. Mängel die das Thema Transparenz berühren. Mängel die eine gerechte Verteilung geradezu unmöglich machen.

Nach dem gesunden Menschenverstand, dem gesunden Rechtsempfinden und den landesüblichen Geschäftspraktiken müsste, nach meiner Meinung, die Verteilung der Aufgaben geändert werden.

Selbstverständlich ist ein Veranstalter von Konzerten und Lifeaufführungen im öffentlichen Raum dazu verpflichtet Konzerte anzumelden und abzurechnen.  Es ist jedoch völlig unsinnig von den Veranstaltern zu verlangen, dass Sie generell für die Beschaffung und Einreichung der Setlisten verantwortlich gemacht werden.

Setlisten können nur die ausübenden Musiker erstellen und es liegt auf der Hand, dass die Einreichung der Listen allein im Interesse der Komponisten, sprich der GEMA-Mitglieder liegt und somit auch ausschließlich deren Aufgabe ist. Bei den Medien ist das wieder eine andere Sache, da die Programmgestaltung den Sendern und nicht den Künstlern obliegt.

Ich gehe sogar soweit, dass es zum Aufgabenbereich der GEMA gehört auch von Interpreten diese Listen zum Wohle ihrer Auftraggeben sprich der GEMA.- Mitglieder einzufordern. Es gibt nur eine Version, die für Veranstalter von Belang ist und für die Sie sich im eigenen Interesse auch ohne „Aufforderung“ kümmern werden. Und das ist GEMA-freie Musik!

Argumente dass dies unmöglich sei will und kann ich nicht gelten lassen schon gar nicht im Zeitalter des Computers und der globalen Vernetzung!!! Und das Argument der „Kostenexplosion“ ist auch nicht glaubwürdig. In einem solchen Falle fragt man sich schon ob hier Verschleierung die Taktik ist. Hierzu noch eine interessante „Warnung“ auf der GEMA-Internetseite, die wie mir scheint keiner weiteren Erklärung bedarf.
https://online.gema.de/werke/

 

 

Anschrift

IG Kultur in Deutschland
Altstädter Str. 7
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08321 – 2492
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www.ikid-d.de
 

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