GEMA und die Medien

Wie mir berichtet wurde, bezahlen die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fern-sehanstalten prozentual GEMA-Gebühren aus ihren Werbeeinnahmen. Für gespielte Musik werden für die GEMA entsprechende Listen erstellt.
In einem Gespräch mit einem Fernsehreporter für eine Kultursendung kam dies zur Sprache.
Er berichtete mir, dass es immer wieder Probleme mit Autoren gäbe die der Meinung sind, dass die Listen nicht ordnungsgemäß abgegeben werden, da sie kein Geld von der GEMA erhielten. Nachfragen brachten keine Klärung. Es handelt sich hierbei meist um junge Künstler die das seltene Glück haben, von den Medien wahrgenommen und auch vorgestellt zu werden.

Auf meine Frage, wie die Redaktion mit diesem Problem umgeht, habe ich folgende Antwort erhalten:
„Nun, es werden eben immer weniger Musikbeiträge gesendet; es gibt ja noch bil-dende Künstler und das Theater!“
Und nun die Frage nach den privaten Rundfunk- und Fernsehanstalten. Alleine in dem Bewusstsein, dass die GEMA keine Möglichkeit auslässt Geld einzufordern nehme ich an, dass auch die privaten Anstalten GEMA-Gebühren aus ihren Werbe-einnahmen bezahlen.
Es wäre interessant zu erfahren, um welche Summen es sich hier handelt!

Die GEMA versuchte einem regionalen Komponisten – der immer wieder von einem regionalen Rundfunk gesendet wird und als „Zufallskomponist“ abgestempelt wurde – weiß zu machen, dass die privaten Medien keine GEMA-Gebühren bezahlen würden. An dieser Stelle erfuhr ich erstmals von der VG-Media! Dazu nachfolgend mehr!

Nachdem er hartnäckig immer wieder nachhakte und einen Delegierten um Hilfe bat, wurde ihm der „schwarze Peter“ zugeschoben. Die Sendeanstalten müssten rechtzeitig Meldung geben und wenn das nicht der Fall ist, sei das sein Problem. Mir liegt ein längerer Schriftverkehr vor der dies belegt, den ich aber nicht veröffentlichen darf. Ich nehme an aus Angst vor weiteren Schwierigkeiten. Mit diesen Methoden schafft es die GEMA seit Jahren diesem Komponisten seine Tantiemen vorzuenthalten. Ein Fall von vielen!

Die VG-Media ist besonders interessant. Sie wird als eigenständige Verwertungsge-sellschaft dargestellt. Wenn man in den Satzungen etwas tiefer gräbt stellt man un-schwer fest, dass sie im Grunde in Sachen musikalische Urheber eine „GEMA-Tochter“ ist. Gut verschleiert, damit Künstler, deren Werke von kleinen Privatsendern ausgestrahlt werden nicht auf die Idee kommen, von der GEMA Geld zu erwarten. (Anlage VG Media – Kooperationspartner)
All dies vor dem Hintergrund, dass die GEMA die gesetzliche Aufgabe, das Inkasso, für ca. 60.000 Mitglieder wahrnehmen soll. Fakt ist, dass ca. 3.000 außerordentliche Mitglieder soviel verdienen, dass Sie wirtschaftlich ordentlich abgesichert sind, ob-wohl sie „rechtlos“ sind, ca. 53.000 Mitglieder zum größten Teil mit Cent-Beträgen abgespeist werden oder sogar Null-Runden fahren.
Der „Rest“ landet im sogenannten „ großen Topf“ und teilt sich wie folgt auf:

- Tantiemen für die ordentlichen Mitglieder nach einem undurchsichtigen Verteilungsplan,
- die so genannte vereinsinterne „Sozialkasse“, in deren Genuss ausschließlich ordentliche Mitglieder kommen KÖNNEN und
- in Tantiemen für ausländische Komponisten. Die ordnungsgemäße Ausschüttung an die ausländischen Verwertungsgesellschaften, z.B. für Auftritte ausländischer Künstler in Deutschland, wird oftmals angezweifelt. Wie immer wieder belegt wird, sind diese Zweifel durchaus berechtigt.

Wenn meine Ausführungen auch nicht nur Ihre Interessen beleuchten so hoffe ich doch, dass dieser kleine Einblick zur Meinungsbildung Sie dazu bewegt die IKID zu unterstützen, indem Sie Mitglied werden und unserer „Kultur“ eine Stimme verleihen.
Zum Abschluss meiner Ausführungen erlaube ich mir vor allem an die dem Verband angehörenden Medien-Vertreter einen dringenden Appell zu richten.

Nicht nur, dass junge Komponisten und Musiker kaum Chancen haben bekannt zu werden. Die kulturelle Vielfalt wird sehr eingeschränkt, die Kreativität mit Füßen ge-treten und der schlimmste Effekt – die Menschen – sprich die Konsumenten verlieren das Gefühl für Qualität, Kunst und Kultur. Wer als Kind nur Fastfood isst, der wird mit 13 Jahren nicht wissen, was ein Kohlrabi ist und schon gar nicht, dass der auch noch schmecken kann!!!

All unsere Sinne haben wir für unsere Lebensqualität. Sie müssen sich aber entwi-ckeln können. Das ist nicht zuletzt die Aufgabe der Medien, die die Menschen bis in ihren vier Wänden erreichen!
Kultur und Kommerz werden immer widersprüchlicher. Kultur muss nach meiner Meinung neu definiert werden. Und spätestens hier kommen die Einschaltquoten ins Spiel und hier beginnt die Verantwortung der Verantwortlichen.
Dazu fällt mir immer der Vergleich mit einer Schulklasse ein. In einer Klasse, in der 28 schwache Schüler und zwei gute sind, werden die Guten sicher um eine Note abfallen. Im umgekehrten Falle werden die schwachen Schüler sich verbessern!!!
Wo kommt ein Volk hin, wenn ihm die Kreativität genommen wird??

Weitere Informationen: www.kult-werk.de und www.ikid-d,de